Ausgebrannt

Wie ist es damit zu leben, zu wissen das man am Limit läuft. Das man sich mit viel Mühe und Kraft motiviert, um in den Tag zu kommen. 
Es ist schwierig, und das geben ich ganz offen zu. Ich mache kein Geheimnis daraus, dass es mir derzeit seelisch nicht gut geht. Dafür ist in den letzten 25 Jahren einfach viel zu viel passiert als dass ich das alles einfach zur Seite schiebe und sage, es ist nichts alles ist gut.
Vor einiger Zeit habe ich den Entschluss gefasst mir Hilfe zu holen und zu versuchen wieder der Mensch zu werden der ich einmal war. Genau aus diesem Grund gibt es auch diesen Blog, ich versuche damit einiges auf zu arbeiten, so könnte man es sagen. Es ist sehr persönlich und hinter jeder meiner Geschichten, die man hier lesen kann, steckt auch etwas von mir, auf die eine oder andere Art und Weise.

Es gibt Tage, an denen ich nicht einmal aus dem Bett möchte, da werde ich wach und denke mir ach wie wäre es einfach alles ab zu schalten und wieder unter die Decke zu verschwinden. Das sind auch die Tage wo ich, wenn ich dann Unterwegs bin einfach in der U-Bahn aus dem Fenster schaue und mich selbst betrachte, wo ich mir denke, das bist nicht du das ist irgendein Fremder. Das nach Hause kommen gleicht manchmal einem Gang zu einer Hinrichtung, ich stehe dann minutenlang im Flur und überlege ob ich nicht wieder weggehen soll, weil ich mich zu Hause nicht wohl fühle. Dann gibt es wieder die Tage an denen ich mein Handy am liebsten gegen die Wand werfen würde, ständig anrufe, der Druck da zu seine und zu helfen. Im Hinterkopf zu wissen, du musst arbeiten gehen, sonst stehst du da und kannst nicht alles bezahlen. Das treibt einen langsam aber sicher in eine Position wo man anfängt immer ruhiger zu werden. In solchen Momenten drehe ich alles zu Hause ab, kein Licht, kein TV, kein Radio und sitze nur im Dunkeln.

Das allein sein, und niemand, um sich zu haben ist dabei eine ebenso große Last, manchmal wäre es schön mit jemanden reden zu können. Oder gemeinsam etwas zu unternehmen.
Ich habe die Konsequenzen daraus gezogen und gehe alle zwei Wochen zu einem Therapeuten, das erste was er mir gesagt hat nachdem ich ihm ein wenig über meine Leben erzählt habe war „Mich wundert, dass sie erst jetzt kommen und nicht schon früher da waren“. Ich glaube das spricht Bände.
Jetzt wo ich wieder eine Fazialisparese habe, diese hatte ich vor einigen Jahren schon einmal. Ist mir klar geworden, dass es so einfach nicht weiter gehen kann. Ich habe meine Kraft zusammengenommen und bin als erstes aus einigen Social Media Geschichten ausgestiegen, allein dieser Druck ist einfach nicht mehr da. Das ständige nachschauen ob jemand etwas kommentiert hat, oder ein Gefällt mir gedrückt hat, war eine Belastung. Ganz aussteigen geht nicht, da ich ja Beruflich diese Medien brauche, aber ich werde sie in Zukunft gezielter einsetzen und mit bedacht. Auf anraten meines Therapeuten habe ich mir eine Art Tagesplan erstellt, den ich durchziehe. Geht natürlich nicht immer genau nach Plan, aber es ist ein Leitfaden.

Ich schreibe wie oben erwähnt das ganze nicht ohne Grund, und auch diesen Blog betreibe ich deswegen. Es ist ein Aufarbeiten mit Nutzung der Digitalen Medien, und vielleicht zeigt es dem einen oder anderen das es da noch andere gibt die genau so sind.

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