Geschichten aus der Arbeitswelt 11


Es ist nun schon ein paar Jahre vergangen, aber irgendwie werde ich diese Sachen wohl nicht vergessen.

Damals wohnte ich noch im 23 Bezirk von Wien. Zu dieser Zeit gehörten auch einige Professoren der UNI Wien zu meinen Kunden, einige habe ich natürlich immer noch als Kunden. Einige sind aber in der Zwischenzeit in Pension gegangen. Es war an einem schönen Herbsttag, draußen schien die Sonne es war nicht kalt und ich war mit dem Roller unterwegs. Während meiner fahrt läutete das Telefon, ich fuhr rechts ran und nahm das Gespräch entgegen. Es war ein Professor der Astronomischen Abteilung. Er hatte Computer Problem, natürlich hätte er sich auch an die Zentral Informatik wenden können, das ist der Technische Dienst der UNI. Wir machten uns einen Termin aus. Gegen 14 Uhr war ich dann bei ihm in seinem Büro, er erklärte mir das sein Computer nicht mehr funktionierte und er aber dringende arbeiten zu machen hatte. Also nahm ich mich des Problems an.

Wie eigentlich immer war das erste was ich prüfte ob alle Kabel richtig angeschlossen waren, ja das waren sie, dann der sogenannte schnüffeltest, bedeutet man steckt die Nase überall hin und riecht ob es verschmort durftet. Plastik hat ja eine so angenehme Duftnote, aber nein das war auch nicht der Fall. Also den Computer mal aufschrauben und sich das Innenleben ansehen. Und ja die Fehlerquelle war dann leicht aus zu machen, rund um den Prozessor (das Herz des Computers) war eine Staubschicht die dicker hätte nicht sein können. Diese Staubschicht hatte verhindert das sich erstens der Lüfter für den Prozessor dreht und somit dafür gesorgt, dass er nicht mehr gekühlt wurde. Der Computer hatte sich abgeschaltet, und der Prozessor war überhitzt und tot so zu sagen. Das war noch das kleinste Problem, ich rief bei einem mir bekannten Lieferanten an und frage ob sie einen passenden Prozessor hätte, inkl. Kühlkörper und Lüfter. Ja war lagernd, also fuhr ich kurz und bündig mal schnell mit meinem Motorrad dorthin holte mir das Teil und wieder zurück ins Büro des Professors. Altes Teil ausbauen, neues Teil einsetzen, Kühlpaste drauf, Kühlrippen aufsetzen, und Lüfter drauf, anschließen und den PC hochfahren. Und welche Freude der Computer funktionierte wieder. Der Hr Professor war natürlich auch ganz glücklich. Da ich ja schon vor Ort war meinte er ich solle gleich den Computer durchschauen und bereinigen er habe das Gefühl, das er viel zu langsam sei. Ja das machte ich natürlich, Damals war noch Windows 7 aktuell. Auch hier merkte ich sehr rasch das etwas nicht in Ordnung sein konnte, und mein Instinkt täuschte mich nicht. Nun in seiner Zeit wo nicht soviel Arbeit am Programm stand, hatte der liebe Herr Professor die eine oder andere Seite offen gehabt mit Nackten Tatsachen somit waren am Rechner einiges an Viren etc.. eingewandert. Mit einiger Mühe und Spezialprogrammen konnte ich den Rechner wieder bereinigen, dauerte zwar einige Zeit aber egal, mein Motto lautete „Hauptsache nicht langweilig bei der Arbeit“. 

Als ich fertig war und mich verabschiedet hatte, ging es durch die Gänge wieder raus aus dem Gebäude. Nur da hatte ich das nächste Problem, in der Zwischenzeit es war nach 18 Uhr war jemand so brav gewesen und hatte diesen Teil des Institutes zu gesperrt. Also wieder hoch ins Zimmer zum besagten Professor, dieser hatte natürlich auch drauf vergessen, und eh logisch den Schlüssel auch nicht mit. Also klemmte er sich hinter das Telefon und versuchte jemanden zu erreichen, nach ca. 2 stunden hatte er endlich jemanden erreicht, der danach kam und uns endlich raus lies.
Einzig gute an der Geschichte war, wir hatten einiges zu plaudern, den der Herr Professor war Astronom und ich als, auch heute noch, begeisterter Leser von SciFi konnte ein wenig mitreden. Es brachte mir noch eine Einladung in die Sternwarte am Türkenschanzpark.

Kommentare