Ich stelle mir vor - Stelle dir du vor

Ich stelle mir vor, ich sitzt auf einer Bank.
Ich sitze und möchte gerade die Aussicht genießen auf die Stadt und die Umgebung von Wien.
Ich sitze und versuche ein wenig Meditative ruhe zu finden.
Da kommt ein Jemand und möchte neben mir Platz nehmen.
Ich bin natürlich nicht unhöflich und biete ihm den Platz neben mir an.
Dann stelle ich mir vor, der Jemand neben mir beginnt mich zu fragen, warum ich mein Leben so lebe, wie ich es eben bisher gelebt habe.
Als nächste stelle ich mir vor, der Jemand neben mir beginnt mich zu fragen, warum ich die Dinge so tue, wie ich sie bisher immer getan habe.
Dann stelle ich mir vor, der Jemand neben mir beginnt mich zu fragen, ob ich genügend Liebe in meinem Leben gegeben habe.
Dann stelle ich mir vor, der Jemand neben mir beginnt mich zu fragen, ob ich genügend Liebe in meinem Leben empfangen habe.
Ich stelle mir vor, der Jemand neben mir beginnt mich nach Geschehnissen zu fragen, die ich längst vergessen hatte.
Und wieder stelle ich mir vor, der Jemand neben mir beginnt mich nach Dingen zu fragen, über die ich nie nachgedacht hätte.
Dann stelle ich mir vor, der Jemand neben mir beginnt mich nach Dingen zu fragen, zu denen ich nie Stellung bezogen hätte.
Als letztes stelle ich mir vor, der Jemand weiß viel über mich, mag sein gar alles.
Mir wird etwas unwohl.
Der Jemand stellt seine Fragen.
In meinem Hirn rotiert es.
Ich suche nach Antworten.
Noch während mir die ersten Antworten in den Sinn kommen, merke ich, der Jemand ist verschwunden.
Der Jemand ist weg, seine Fragen bestimmen mein Denken.
Jeder Frage gebe ich eine Antwort.
Ich weiß, nicht jede Antwort ist endgültig.
Ich weiß, mein Denken wird die Fragen alle erneut stellen, irgendwann.
Ich frage lieber nicht, wer der Jemand war.

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