Oft ärgern wir uns noch Tage später über
eine unfreundliche Verkäuferin oder einen Autofahrer, der zu nah aufgefahren
ist. Vieles was uns im Alltag belastet resultiert aus Emotionen vergangener
Situationen. Die folgende Kurzgeschichte beleuchtet dies aus der Sicht zweier
Mönche.
Ein junger und ein alter Mönch laufen einen
Pfad entlang. Sie kommen zu einem Fluss mit starker Strömung. Als sie sich bereit
machen, ihn zu überqueren, sehen sie eine hübsche junge Frau, die nicht ans
andere Ufer gelangt. Sie bemerkt die Mönche und bittet sie um Hilfe. Der alte
Mönch nimmt sie auf die Schulter und trägt sie über den Fluss. Sie bedankt sich
und geht ihrer Wege. Der junge Mönch ist sauer.
So richtig sauer. Stunden später ist er
noch immer sauer. Der alte Mönch fragt ihn, was los ist. „Als Mönche ist es uns
nicht erlaubt, junge Frauen anzufassen! Wie konntest Du sie über den Fluss
tragen?“. Der alte Mönch antwortet: „Ich habe die Frau vor Stunden am Ufer
gelassen, aber wie’s aussieht, trägst Du sie noch immer mit Dir herum.“
Manchmal ist es besser alten Ballast ab zu schütteln. Nicht jede Kleinigkeit muss uns belasten. Manchmal ist es einfach besser nicht zuviel nach zu denken. Was geschehen ist ist geschehen es liegt hinter uns, und somit schon wieder außer Reichweite.
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