Gier

Vor einiger Zeit lebte am Stadtrand ein kleiner Bauer. Er hatte nicht viel Land, gerade soviel um über die Runden zu kommen. Er hatte eine junge und wirklich hübsche Tochter, seine Frau hatte ihn schon vor viele Jahren verlassen, da sie mit dem ewigen hin und her mit den Einkünften aus der Landwirtschaft nicht glücklich war, sie hatte sich verabschiedet und hatte in einer großen Stadt einen Job als Aushilfskraft angenommen. Der kleine Bauer war mit seiner Tochter alleine geblieben. Sein bemühen lag darin seiner Tochter ein guter Vater zu sein und ihr alles zu ermöglichen. Auch sie hätte längst gehen können, alt genug war sie aber sie liebte ihren Vater und sie war am Land einfach glücklich. Im laufe der Jahre hatten die beiden es soweit geschafft das ihr paar Hektar ein wenig Gewinn abwarfen. Doch durch die Veränderung des Klimas wurde es immer schwieriger, die Großhändler verlangten immer mehr Geld für neues Saatgut, und umstellen auf eine andere Art von Landwirtschaft kostete Geld. So passierte es das durch Anhaltende Unwetter und danach wochenlanger Trockenheit, die Felder fast zur Gänze brach lagen und keine Einnahmen brachten. Sie hielten noch einige Zeit durch, aber am Ende blieb nichts anderes als das der Bauer überlegt was er tun könne. So entschloss er sich in die zuständige Ortschaft zu fahren und dort bei der Bank Vorstellig zu werden um sich einen Kredit auf zu nehmen damit sie einige Zeit über die Runden kamen.

Die Bank lehnte das Kreditansuchen ab, der Bauer war natürlich verzweifelt, wenn er nicht weitermachen konnte würde sie das Land verkaufen müssen. Er traf den Bürgermeister der Gemeinde, und erzählte ihm von seinem Problem. Dieser meinte, na da könne man schon was machen. Er der Bürgermeister würde einen Privatdarlehen geben und der Bauer würde es nach einer bestimmten Frist zurückzahlen.

Was der Bauer nicht wusste, der Bürgermeister, war recht bekannt dafür einige nicht gerade Seriöse Geschäfte zu machen um billig an Bauland zu kommen, damit er dieses dann billig kaufte und dann teuer an Städter und Investment Firmen zu verkaufen.

Daher lieh er sich bei diesem eine ansehnliche Summe an Geld. Nach einem Jahr kam der Bürgermeister zum Hof des Bauern, um sein Geld samt hohem Zins einzutreiben. Da jedoch in diesem Jahr die Ernte wieder sehr mager ausgefallen war, konnte der Bauer nicht bezahlen.

Natürlich hatte der Bürgermeister genau auf diese Situation gehofft, schon bei der Anfahrt hatte er überlegt was man auf dem Grundstück bauen könnte. Doch dann lernte er die Tochter des Bauern kennen, hier kam ihm ein anderer Gedanke. Der Bürgermeister war ja schon seit einigen Jahren geschieden, die Regelmäßigen Besuche in der Stadt in einem Bordell konnten auch nicht weiter gehen, irgendwann würde dies ja rauskommen und dann konnte es gut sein das es vorbei war mit seinen kleinen Nebengeschäften. Er schlug dem Bauern folgenden Handel vor: Wenn er ihm seine Tochter zur Frau gäbe, wären ihm alle Schulden erlassen. Der Bauer und seine Tochter waren bestürzt über diesen Antrag. So zeigte sich der Bürgermeister großzügig und schlug vor, dass sie Glück und Zufall entscheiden lassen sollten. Natürlich hatte er nicht vor dem Bauern die Schulden zu erlassen, nach einiger Zeit würde er trotzdem die Summe zurückfordern. Er vertraute natürlich nicht auf sein Glück, dafür hatte er schon zu oft andere Leuten betrogen. Er wolle von dem Weg einen schwarzen und einen weißen Kieselstein in seinen Beutel geben. Die Tochter solle einen Stein ziehen. Nähme sie den schwarzen Stein, müsse sie den Alten heiraten und des Bauern Schulden wären erlassen. Nähme sie den weißen Stein, bräuchte sie ihn nicht zu heiraten und die Schulden wären ebenfalls erlassen. Wenn der Bauer auf den Handel nicht einging würde der Bürgermeister die gesamte Summe samt Zinsen und Zinseszinsen einfordern und dem Bauern das ganze Land samt oft wegnehmen.

Während er seinen Handel vortrug, bückte sich der Bürgermeister und nahm blitzschnell zwei Kieselsteine vom Weg und steckte diese in einen kleinen Beutel. Die Angst hatte wohl die Tochter argwöhnisch gemacht und sie bemerkte mit scharfem Auge, dass der Bürgermeister zwei schwarze Steine in dem Beutel verschwinden ließ! Sie schwieg über das Gesehene und überlegte. Egal welchen Stein sie ziehen würde, sie müsste ihn heiraten. Ihn als Betrüger zu entlarven würde nichts bringen, denn der Vater würde dann alleine dastehen und vermutlich auch noch ins Gefängnis wandern. Jedoch heiraten wollte sie ihn niemals! Dafür war ihr dieser Kerl einfach zu unsymphatisch mit seiner überheblichen Art.

Auf der Landstraße fuhr gerade einer der Nachbarn des Bauern vorbei, sie winkten ihm zu das er kurz herkommen solle, sie brauchten einen Zeugen. Der Bürgermeister war damit einverstanden, er wusste ja dass er so oder so gewinnen würde. Der Nachbar hielt an und schlenderte herüber. Sie erklärten ihm kurz worum es ging, und er meinte, gut er würde gerne als Zeuge dabei sein damit alles mit rechten Dingen zu ginge.

Die Tochter griff in den Beutel, um einen Kieselstein zu entnehmen und ließ diesen scheinbar unabsichtlich auf den Weg fallen. »Oh, wie bin ich doch unbeholfen!«, rief sie aus, »Bei den vielen weißen und schwarzen Steinen auf dem Weg können wir den gezogenen gar nicht mehr benennen!« Die kluge Tochter gab vor, kurz zu überlegen und sagte schnell: »Doch eigentlich ändert dies nichts an der Sache. Wir nehmen einfach den verbleibenden Stein aus dem Beutel, der wird uns zeigen, welche Farbe ich gewählt habe.« Der Wucherer erkannte seine Lage und getraute sich nicht, seinen Schwindel zu gestehen. Er dreht sich um und verließ Wutentbrannt über die eigene Dummheit den Hof der beiden. Er hatte verloren.

Einige Monate später passierte etwas, der Bürgermeister hatte wieder einmal versucht einen anderen Landwirt das Grundstück abzujagen um an billiges Bauland zu kommen. Er hatte sich aber verrechnet, der betrogene erzählte einem Bekannten davon dieser war mit einem Steuerfahnder befreundet. Es kam wie es kommen musste die Finanz überprüfte die Steuern und Einkünfte des Bürgermeisters dabei wurden unzählige Ungereimtheiten zutage gebracht.


Die Gier der Menschen in machen Menschen ist so groß dass sie alles dafür tun um den eigenen Reichtum zu vergrößern. Egal mit welchen Mittel und Methoden, doch irgendwann machen sie Fehler und ihr Kartenhaus fällt zusammen.

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