Einfach - Danke

Weihnachten ist für viele Menschen die schönste Zeit des Jahres. Es geht um Liebe, Familie und Zusammensein. Doch für manche bedeutet die Weihnachtszeit vor allem eines: Einsamkeit. Wer niemanden mehr hat, wird besonders an diesen Tagen daran erinnert. Auch ich würde die Feiertage am liebsten überspringen, um nicht alleine zu sein – alleine mit meinen Gedanken.
Die Weihnachtsfeiertage gehören für mich zu den schlimmsten Tagen des Jahres. Zwar bin ich die ersten beiden Feiertage bei meiner Familie, der erste Besuch bei meiner Mutter und meinem Vater ist jedoch von Angst geprägt. Was wird mein Vater wiedersagen, wie wird er sein. Werde ich es durchhalten ohne auf zu stehen und zu gehen. Ich kann es nicht sagen. Der zweite Feiertag wird ein schöner da bin ich mir gewiss denn ich bin bei meiner Schwester und ihrer kleinen Tochter. Mein kleiner Sonnenschein. Es ist dann der Moment wo ich sie ansehe und an meine Tochter denken muss. Sie wäre heute zwar schon erwachsen, ich hätte es gerne erlebt wie sie groß geworden ist. Dies war mir leider nie vergönnt. Aber ich bin glücklich das ich meinen Sohn habe, er ist seinen Weg gegangen und heute erwachsen, und das erfühlt mich mit Stolz. Ich könnte Stundenlang über ihn reden. Wie einsam ich wirklich bin, merke ich, wenn ich zurückblicke, es ist nun das zweite Weihnachtsfest an dem ich dann nach Hause komme und niemand ist da. Freunde haben sich schon vor längerem abgewandt.

Ich mache aber deswegen niemanden einen Vorwurf. Ich kann es nachvollziehen, sie haben ihre Familien und Freunde, was sollen sie mit mir. Mich einladen an Weihnachten? Ein komischer Gedanke, die Vorstellung es ertragen zu müssen, zu wissen das da jemand zu besuch kommt der alleine ist. Was macht man mit ihm, wie verhält man sich ihm gegenüber. Ich würde mich auf niemals jemanden aufdrängen.

Die ersten Weihnachten ganz alleine waren für mich fast nicht auszuhalten. Alleine in der Wohnung, war ich auch alleine mit meinen Gedanken. Und die Gedanken kreisten ununterbrochen in meinem Kopf. Vor allem Fragen nach dem Sinn und den Gründen schossen mir durch den Kopf. Ich frage mich, warum das alles, ob sich jemand aus der Familie Gedanken über mich machen würde, und wie schön die Feiertage sein könnten wäre da jemand.

Ich glaube ich bin nicht alleine mit diesen Gedanken. Es gibt sicher einige dort draußen die sich, dieselben Fragen stellen. Die diese innere Sehnsucht haben, nach einer heilen Familie, nach einer Bezugsperson. Jemanden mit dem man am Abend zusammensitzen kann und plaudern kann. Vielleicht gemeinsam einen Film ansehen oder die Kekse gemeinsam verputzt.

Im ersten Jahr habe ich teils Stundenlang die Wand angestarrt, und habe den Inhalt in Sozialen Medien konsumiert. Das hat mich aber noch mehr runtergezogen, weil viele Freunde Bilder von sich vor dem Weihnachtsbaum gepostet haben, glücklich mit ihren eigenen Familien.

Am Ende habe ich dann einen Film angesehen und versucht, früh schlafen zu gehen. Die anderen beiden Feiertage sind ähnlich verlaufen. Das schlimmste war, ich hatte für die Tage keinen Plan überlegt. Ich hatte einfach viel zu viel Zeit, mich mit meinen Gedanken zu beschäftigen.

Sophie hat Angst vor den kommenden Weihnachtstagen, aber sie hat sich in diesem Jahr Strategien überlegt, wie sie sich weniger einsam fühlt. Struktur in den Tag bringen, um sich vor der inneren Leere zu schützen - das rät auch Psychotherapeut Ruland. Sophie fährt an Heiligabend zum Beispiel vormittags in die Stadt, um sich etwas Schönes zu kaufen. Sie möchte sich selbst ein kleines Geschenk machen. Der Psychotherapeut findet die Idee gut: "Selbstfürsorge hilft immer und kann vor allem an solchen Tagen gut tun." Abends geht Sophie zum Gottesdienst in die Kirche. Das hat sie früher auch immer gemacht und mit diesem Ritual möchte die Studentin wieder anfangen. 
Nach Weihnachten habe ich dann angefangen zu überlegen wie ich ein wenig aus der Isolation rauskomme, das war der Zeitpunkt wo ich angefangen habe einige Dinge zu ändern. Es konnte nicht nur meine Arbeit im Mittelpunkt stehen, ja die Arbeit war eine Art davonlaufen. Ist es auch heute noch, denn es ist das was mich am meisten ablenkt. Ich stieg zum teil aus Facebook aus nutzte dies nur noch für meinen Firmenseite. Später begann ich dann meinen Blog aufzubauen um dort zu schreiben, über meine Gedanken und meine Gefühle. Was mich bewegt und wie es in mir aussieht. Ich rechnete nicht damit das dies überhaupt wer lesen würde. Später ging ich zu Twitter, einfach um mal zu sehen wie es dort so sei. Ich war ja schon länger dort angemeldet, hatte aber diesen Zugang kaum genutzt. Hier entwickelten sich nach einiger Zeit nette Unterhaltungen. Es war einfach ein wenig anders, erfrischender. Auch hier gab es wie in Facebook einige die man besser blockiert, aber ansonsten war es eine Abwechslung. Und das tat gut.

Mein Blog entwickelte sich und wurde umfangreicher, womit ich nicht gerechnet habe, es begannen immer mehr Leute zu lesen. Das freute mich.

Nun zieht das zweite Weihnachten ins Land an dem ich alleine sein werde. Wie schon oben geschrieben, teils blicke ich mit sorge darauf teils mit Freude. Doch auch dieses Jahr werde ich nach den obligatorischen Besuchen alleine sein.  Aber in diesem Jahr werde ich ein wenig dafür sorgen das ich auf andere Gedanken komme. Ich werde mir selber ein kleines Geschenk machen und mir noch kurz vor dem heiligen Abend etwas schenken, ich weiß zwar noch nicht was, aber egal. Nach den Besuchen werde ich spazieren gehen, durch die Stadt wandern und meinem kleinen Hobby nachgehen, dem fotografieren. Am dritten Weihnachtstag werde ich früh morgens einfach mal frühstücken gehen und es mir gut gehen lassen.

Dieser Text soll kein trauriger Text sein, auch wenn er den Eindruck vermittelt, nein er soll zeigen, dass es auch wenn man einsam ist, nicht so schlimm ist. Er soll auch die Kraft zeigen die man daraus ziehen kann. Ich ziehe daraus die Kraft das ich etwas habe das mir Freude macht. Etwas das mir die Möglichkeit gibt mich auf meine Art und Weiße auszudrücken. Ich lasse meine Gedanken nicht nur in mir Kreisen, ich geben ihnen Freiraum.

Bei allen die meinen Blog lesen, möchte ich mich herzlich bedanken es ist schön jemanden damit zu erreichen und vielleicht den einen oder anderen Gedanken teilen zu dürfen.

Auch bei allen die mir via Twitter folgen und mit denen ich teils wunderbare Unterhaltungen führe ein wirklich aus dem Herzen kommendes danke. Es ist schön und macht eine große Freude. Und vielleicht habe ich das vergnügen noch den einen oder anderen Persönlich kennen zulernen.

Auch jenen die mir bei Facebook folgen möchte ich danke sagen, schön das ihr mir folgt und meine Beiträge liest, auch wenn ich mich dort sehr zurückgezogen habe. Danke.

Ich wünsche allen ein schönes und wunderbares, aber auch friedvolles Weihnachtsfest. Die Tage zwischen Weihnachten und Neujahr sollen voller Freude sein. Lasst alle schön grüßen und Feiert schön.


Kommentare

  1. Servus Franz!
    Zuallererst möchte ich mich bei dir für die schönen Texte bedanken. Ich erkenne in deinen Zeilen vieles, das auch mich beschäftigt. Die Weihnachtszeit ist für mich immer eine stimmungsvolle Zeit, in der ich gerne mit meinen Kindern und meinem Enkel zusammen bin. Am vormittag besuchen wir das Grab meiner Eltern und meiner Oma. Zu Mittag kommen dann alle zu mir zu einem gemütlichen fondue. Nachmittags gehen wir gemeinsam zum evangelischen Gottesdienst und abends wird mit einem Gläschen Wein bei meinem jüngsten Bruder und Familie angestoßen.
    Die Feiertage verbringe ich dann alleine mit meinen Hunden, und das ist gut so.
    Ich wünsche Dir von ganzem Herzen ein besinnliches, friedliches Weihnachtsfest und hoffe auf unser Kaffeetratscherl im nächsten Jahr.
    Alles liebe Dir
    Isabella

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    1. 😘 Vielen lieben danke und ich wünsche dir und deiner Familie wunderschöne Weihnachten.

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