Ein Wort

Manches mal merkt man wie still es um einen ist, niemand ist da. Niemand fragt einen wie es einem geht. Niemand ist da wenn man nach Hause kommt. 

Wir können die Augen schließen und so die Außenwelt visuell aussperren. Wir können uns die Nase zuhalten und nichts mehr riechen. Wenn wir einen Ganzkörperanzug an hätten, würden wir nicht mehr berührt werden können. Doch was sich kaum aussperren lässt ist das Hören.

Klar können wir uns die Ohren zuhalten oder Ohrstöpsel verwenden. Das wird alles dämpfen, doch da wir nicht nur über die Ohren hören, sondern auch über die Knochenleitung, ist es kaum möglich den Hörsinn ganz auszuschalten.

Der Kern der Stille ist oftmals Stillstand, das Ende alles Lebendigen, das in der Lähmung beginnt und aus dem es kein Entrinnen zu geben scheint. Stille ist der Endpunkt, der Abbruch linearer Zeitwahrnehmung. Schweigen aber entspringt der Ewigkeit des Moments. Es ist der Geburtsort des Neuen. Das Schweigen hat seine eigene Zeit und existiert im Ereignis wahrhaftiger Liebe. Allein-Sein bedeutet in der ohnmächtigen Verzweiflung der Stille zu leben.

In der Stille der Einsamkeit ist alles so unhörbar laut.
© Khalid Chergui

Darum nur ein Wort

Stille


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